Warum tu ich mir das eigentlich an?
Ich bin ein Scanner-Typ.
Ich scanne offenbar nicht nur die Energien meiner Klienten, sondern auch die Inhalte meiner Newsletter. Und bei einem bin ich – wie soll ich sagen – hängen geblieben. 😉
Es war die Einladung von Céline Tüyeni zu ihrer Blogparade mit dem Titel „Warum tu ich mir das eigentlich an?“ Und diese Frage habe ich mir in meinem Leben gefühlt schon hundertmal gestellt. Im beruflichen Kontext genauso wie privat.
Diesmal hat sie mich allerdings dazu gebracht, zum ersten Mal in meinem Leben an einer Blogparade teilzunehmen.
Denn während ich noch mit meinem inneren Schweinehund kämpfte, stellte sich mir plötzlich eine andere Frage:
„Was habe ich eigentlich zu verlieren?“
Und kaum hatte ich diese Frage für mich beantwortet, kam schon die nächste um die Ecke:
„Kann mein Beitrag überhaupt ein Beitrag zu dieser Blogparade sein?“
Schließlich habe ich nie von meiner Selbstständigkeit leben müssen.
Ich bin seit vier Jahren in Pension und arbeite immer noch als Energetikerin. Auch wenn ich mir schon oft gedacht habe: Sabine, du könntest es einfach mal gut sein lassen.
Keine Website mehr. Keine Termine. Keine Vorbereitungen.
Und vor allem kein Warten mehr darauf, ob der Klient zu seinem Termin auch wirklich erscheint – und dann bitte auch noch pünktlich. 😄
Einfach morgens aufstehen und überlegen, was ich heute Schönes mache. Einfach die Zeit genießen.
Und trotzdem tue ich es. Immer noch.
Denn das mit dem „einfach die Pension genießen“ funktioniert bei mir offenbar nicht so richtig.
Da ist etwas, das mich immer wieder weitermachen lässt. Etwas, das mich vor 13 Jahren dazu gebracht hat, neben meinem Full-Time-Job ein Gewerbe anzumelden. Und dieses Gewerbe gibt es bis heute.
Wenn ich ehrlich bin, geht es bei mir deshalb gar nicht so sehr um die Frage „Warum tu ich mir das eigentlich noch an?“, sondern um zwei andere Fragen:
Warum ist mir diese Arbeit auch heute noch wichtig?
Was fasziniert mich daran immer noch so sehr, dass ich weitermache?
Beide Fragen sind bei mir eng mit meiner eigenen Geschichte verbunden. Einem Weg, der mich über viele Umwege schließlich zur Energiearbeit geführt hat.
Warum ich mich ursprünglich selbstständig gemacht habe
Der finanzielle Aspekt stand bei mir nie im Vordergrund. Wenn man viel Geld verdienen möchte, ist das klassische Zeit-gegen-Geld-Modell dafür nicht unbedingt geeignet. Und ich war auch nicht auf der Suche nach einem anderen Beruf.
Nein – es war etwas ganz anderes, das, wie ich bereits erwähnt habe, mit meinen eigenen Erfahrungen zu tun hatte.
Ich gehöre zu jenen Menschen, die ständig alles hinterfragen. Die sich nicht mit einer oberflächlichen Antwort zufriedengeben und so lange bohren, bis sie das Gefühl haben, eine Antwort gefunden zu haben. Und genau diese Neugier hat mich in eine Richtung geführt, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.
Durch meine eigene Erkrankung und die meines Enkels bin ich auf die Energiearbeit gestoßen. Was dann passierte, hat mich selbst überrascht. Innerhalb kürzester Zeit hat sich sowohl mein Leben als auch das meines Enkels positiv verändert.
Und in diesem Moment wusste ich: Ich möchte Menschen dabei unterstützen, etwas in ihrem Leben zu verändern und ihnen vielleicht etwas von dem weitergeben, was ich selbst erfahren hatte.
Aus dieser persönlichen Erfahrung wurde Schritt für Schritt ein Teil meines Lebens.
Denn der Wunsch, Menschen zu begleiten, die sich leer und erschöpft fühlen oder nachts nicht mehr zur Ruhe kommen, ist bis heute in mir.
Vielleicht sogar noch stärker als damals.
Was war der Moment, in dem ich am liebsten alles hingeschmissen hätte?
Es war nicht immer leicht. Tagsüber im Full-Time-Job zu arbeiten und abends und am Wochenende mein Business aufzubauen, hat mich oftmals bis an meine Grenzen gebracht.
Und da war auch noch mein Vater, der zwar inzwischen von einer Pflegerin betreut wurde, aber trotzdem meine Zeit und Unterstützung brauchte. Nicht zu vergessen mein Mann, meine Familie, der Haushalt – und ihr wisst schon, was sonst noch alles so dazukommt.
Aber der Gedanke, andere Menschen unterstützen zu können und es nicht zu tun, war kompromisslos.
Bis zu jenem Moment, als es sich häufte, dass Klienten einen Termin vereinbarten und diesen einfach nicht wahrnahmen. Plötzlich waren sie weder telefonisch noch per WhatsApp noch per E-Mail erreichbar.
Und meistens waren es genau jene Klienten, deren Probleme so dringlich waren, dass ich sie noch irgendwo in meinem Kalender dazwischengeschoben hatte, weil es ihnen wirklich sehr schlecht ging.
Gerade dann habe ich mir irgendwann die Frage gestellt:
„Warum tu ich mir das eigentlich an?“
Ich war drauf und dran, alles hinzuschmeißen. Ich war enttäuscht. Fühlte mich als Versagerin. Leer. Und zerrissen.
Zerrissen zwischen meinem Wunsch, anderen Menschen zu helfen, und dem Gefühl, benutzt zu werden.
Nach vielen schlaflosen Nächten wurde mir allerdings klar:
Der Wille, einen Beitrag für diese Welt zu leisten, war immer noch stärker.
Und dann gibt es diese Momente, in denen ich wieder weiß, warum ich nicht aufgehört habe.
Wenn nach einer Sitzung eine Nachricht kommt wie:
„Du hast es auf den Punkt gebracht und es hat sich am gleichen Tag vieles gelöst. Ich freue mich auf die nächste Sitzung.“
Solche Rückmeldungen bedeuten mir viel.
Nicht, weil sie mir bestätigen, dass ich „erfolgreich“ bin.
Sondern weil sie mir zeigen, dass meine Arbeit im Leben dieses Menschen etwas zum Positiven verändert hat.
Wen mache ich mit meiner Arbeit glücklich, außer mir selbst?
Hoffentlich meine Klienten. 😉
Obwohl – ich bin mir gar nicht sicher, ob sie durch meine Arbeit tatsächlich glücklich werden.
Jedoch bin ich mir sicher, dass ich mit der Energiearbeit zu mehr Klarheit, Ruhe, innerem Frieden, Eigenverantwortung und vielem mehr beitragen kann.
Ich bin glücklich, wenn …
- jemand nach einer Sitzung plötzlich etwas verstanden hat, was vorher lange Zeit im Verborgenen lag.
- aus einem „Ich weiß nicht mehr weiter“ plötzlich ein „Jetzt ist mir klar, welches Muster hinter meinem Thema steckt“ wird.
- jemand meine Praxis lächelnd und mit strahlenden Augen verlässt, obwohl er oder sie beim Hereinkommen noch völlig ernst und mit gebückter Haltung vor mir stand.
- mir ein Klient beim nächsten Termin erzählt, was sich seit unserer gemeinsamen Arbeit in seinem Leben verändert hat – und sich dafür bedankt, dass er durch die einfachen Übungen etwas an der Hand hat, das er jederzeit und überall in seinem Alltag anwenden kann.
- ein Klient weitere Termine vereinbart, weil ihm plötzlich bewusst geworden ist, dass es da noch weitere Themen gibt, die er lösen möchte.
- jemand eine Bewertung auf Google abgibt, mich weiterempfiehlt oder mir einfach eine Nachricht schickt.
Das sind die Momente, die mir Kraft und Energie geben.
Momente, in denen ich weiß, warum ich immer noch weitermache.
Welchen Preis hat meine Selbstständigkeit gekostet?
Diese Frage kann ich nur zum Teil beantworten, da ich, wie du inzwischen weißt, meinen sicheren Job nicht für mein Business aufgegeben habe. Der Zeitraum von neun Jahren bis zu meiner Pensionierung war mir persönlich zu kurz.
Doch auch die nebenberufliche Selbstständigkeit hatte ihren Preis.
Zu wenig Zeit für Familie und besonders für Freunde.
Wochenenden, an denen nicht nur die liegengebliebene Hausarbeit erledigt werden musste, sondern auch die Website gepflegt, Texte geschrieben und andere Dinge rund um die Selbstständigkeit erledigt werden wollten.
Nur kurze Zeiten für Erholung und Schlaf.
Und natürlich auch Geld für Ausbildungen, Werbung und alles, was sonst noch so dazugehört.
Wenn ich heute darüber nachdenke, war es manchmal schon ganz schön viel.
Und trotzdem würde ich nie sagen, dass ich diese Zeit als verlorene Zeit empfinde.
Denn ich habe dafür auch Dinge bekommen, die man nicht kaufen kann.
Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt. Unglaublich viel über mich selbst gelernt. Dinge ausprobiert, von denen ich früher nie gedacht hätte, dass ich sie einmal tun würde.
Und ich habe einen Teil von mir entdeckt, von dem ich gar nicht wusste, dass es ihn gibt.
Aber alles in allem war es genau der Preis, den ich bereit war zu bezahlen.
Was fasziniert mich an der Energiearbeit bis heute?
Vieles.
Energiearbeit ist für mich eine großartige Möglichkeit, Körper, Geist und Seele wieder in Balance zu bringen.
Da Energie nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, ist es für die gemeinsame Arbeit unwesentlich, ob ein Mensch mir in meiner Praxis gegenübersitzt oder wir über Telefon oder Zoom miteinander verbunden sind.
Trotzdem liebe ich die Arbeit in meiner Praxis, weil sie mir noch mehr Möglichkeiten gibt, spontan auf das einzugehen, was gerade gebraucht wird.
Was mich dabei immer wieder fasziniert, ist, wie schnell sich manchmal etwas verändern kann.
Wie aus einem belastenden Gefühl plötzlich Klarheit entsteht oder sich eine Situation auf einmal ganz anders anfühlt.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus dem, was für mich nicht sichtbar und trotzdem spürbar ist, und den Veränderungen, die daraus entstehen können, die mich bis heute nicht loslässt.
Denn Energie ist überall – auch wenn der Strom immer noch aus der Steckdose kommt. 😉
Welche Freiheit würde ich nie wieder hergeben wollen?
Natürlich ist mir klar, dass meine nebenberufliche Selbstständigkeit nicht mit einem Business verglichen werden kann, mit dem der Lebensunterhalt bestritten werden muss.
Allerdings die Freiheit zu entscheiden, wann, wo, wie viel, wie und mit wem ich arbeite, würde ich mit Sicherheit nicht mehr hergeben wollen.
Was würde ich vermissen, wenn ich morgen aufhören würde?
Energiearbeit würde ich natürlich weiterhin für mich selbst, meine Familie oder Freunde anwenden.
Aber eines würde mir besonders fehlen: das Gefühl, mit meiner Arbeit etwas bewirken zu können.
Natürlich würde ich auch die Menschen und ihre Geschichten vermissen. Das Strahlen in ihren Augen, wenn sie mir davon berichten, was sich in kurzer Zeit in ihrem Leben getan hat.
Und da wären dann noch die Anrufe oder E-Mails, wenn sich Klienten bedanken oder sich plötzlich dazu entschlossen haben, auch ihre anderen Baustellen bearbeiten zu wollen.
Auch das Schreiben von Blogartikeln und das Erstellen von Pins für Pinterest würde ich enorm vermissen – obwohl ich meiner Meinung nach gar nicht besonders gut darin bin.
Und dann ist da noch etwas:
Beim Schreiben eines Artikels habe ich oftmals das Gefühl, selbst etwas aufzuarbeiten, das mich gerade beschäftigt.
Denn während ich schreibe, sortieren sich meine Gedanken. Dinge, die vorher irgendwie diffus in meinem Kopf herumschwirrten, bekommen plötzlich eine Form.
Und manchmal entdecke ich dabei sogar etwas über mich selbst.
Was möchte ich anderen mitgeben, die kurz davor sind, aufzugeben?
Wirf deine Zweifel über Bord.
Hol dir Unterstützung dort, wo du sie brauchst. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Fokussiere dich darauf, was dich ursprünglich dazu bewegt hat, dein Business zu starten und was dir wirklich wichtig ist.
Manchmal befindet man sich auf einem Umweg, weil man irgendwo falsch abgebogen ist, und braucht jemanden, der einen wieder in die richtige Richtung bringt.
Manchmal muss man aber auch nur die Segel anders setzen, damit das Schiff wieder auf Kurs kommt.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute und dass du deinen ganz eigenen Weg findest – einen, der sich für dich stimmig anfühlt.
PS: Wenn du mehr über mich und meinen Weg erfahren möchtest, schau dir gerne meinen Artikel „Wie ich wurde, was ich bin“ an.



